Das letzte Kärntner Wanderkino
Anfang der 1970er-Jahre ziehen in Oberkärnten noch die zwei letzten Wanderkinos von Dorf zu Dorf. Die mobilen Kinos brachten bereits in der Anfangszeit des Kinos die Filme in Regionen abseits der Ballungszentren. Mit dem letzten großen Kinoboom der 1950er-Jahre fanden die Wanderkinos ihr Revier in den noch kinolosen peripheren Orten. Mit einfachem Equipment gastierten die mobilen Kinobetriebe meist in Schulen, Turnsälen und vor allem in Dorfwirtshäusern. Die Ein-Personen-Unternehmer waren für Kassa, Buffet und die Filmprojektion zuständig. Vorgeführt wurde auf alten Wanderkinoprojektoren aus den 1930er-Jahren. Da meist nur mit einer Maschine projiziert werden konnte, gab es zwischen den Akten mehrere Pausen. Mit der zunehmenden Motorisierung und der Verbreitung des Fernsehens war diese traditionsreiche Form der Kinokultur bald endgültig Geschichte. Der ORF-Fernsehbeitrag erweist der untergehenden Filmromantik am Land noch eine letzte Referenz.