Die neue Wiener Schnellbahn
1954 beauftragte Verkehrsminister Karl Waldbrunner (SPÖ), eine treibende Kraft des Infrastrukturausbaus der Nachkriegsjahre, die Österreichischen Bundesbahnen mit der Planung eines Schnellbahnkonzepts für die Großregion Wien. Ziel war es, die vielfach durchbrochene Nord-Süd-Verbindung durch Wien wieder herzustellen, den damals schon massiv angestiegenen Verkehr zu entlasten und dabei auch die teilweise desolaten Bahnhofsgebäude zu modernisieren. Im Zuge des Schnellbahnbaus wurde etwa die alte Station Hauptzollamt durch eine unterirdische Bahnhofsanlage (heute Landstraße) ersetzt, der schwer kriegsbeschädigte Nordbahnhof sollte durch eine neue Station am Praterstern abgelöst werden, auch der Bahnhof Floridsdorf wurde neu gebaut. Eindrucksvoll erscheinen heute die Farbaufnahmen vom herausfordernden Wiener Verkehrsalltag Ende der 1950er-Jahre, die der Film geschickt als Argumentation für den notwendigen Schnellbahnbau nutzt.