Stapellauf in der Korneuburger Werft
Die Korneuburger Werft wurde bereits 1852 von der Donaudampfschifffahrtsgesellschaft (DDSG) für den Bau und die Reparatur von Donauschiffen errichtet, um 1900 war die DDSG die größte Binnenreederei der Welt. In der Zwischenkriegszeit konnte die Korneuburger Werft nach einem wirtschaftlichen Einbruch in den 1920er-Jahren mit der Produktion von dieselbetriebenen Schiffen reüssieren und ihre Rolle als wichtiger Arbeitgeber in der Region behaupten. Die Filmaufnahmen der Ständestaat-Wochenschau ÖSTERREICH IN BILD UND TON zeigen einen Stapellauf in der Werft, die damals im Hochbetrieb stand. In der NS-Zeit erfolgte der weitere Ausbau, bis zu 1700 Beschäftigte waren hier tätig. 1941 entstand auf dem Areal ein Kriegsgefangenenlager mit 16 Baracken. Bereits 1940 bildete sich in der Werft eine bemerkenswerte, rund 35-köpfige Widerstandsgruppe; sechs Personen mussten ihr mutiges Engagement mit dem Leben bezahlen. Nach einer wechselvollen Nachkriegsgeschichte wurde die Korneuburger Werft 1974 in die VOEST Linz eingegliedert und 1991 privatisiert. Bereits kurze Zeit später schloss 1993 der Hafenbetrieb, heute dient das Areal als Kultur- und Veranstaltungsstätte.
Mit freundlicher Genehmigung von Österreichisches Filmmuseum