Kriegs-Spital im Wiener Flottenvereinskino
Am 11. Dezember 1913 wurde das Flottenvereinskino in einem von Architekt Julius Goldschläger geplanten Wohn- und Geschäftshaus in der Wiener Mariahilfer Straße 85-87 eröffnet. Die Kinolizenz lag beim Österreichischen Flottenverein, der mit den Einnahmen auch die k. u. k. Kriegsmarine fördern wollte. Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 fungierte das Flottenvereinskino – wohl aufgrund der Verbindung zur Kriegsmarine – bald auch als Spital für kriegsverwundete Soldaten; der Zugang erfolgte dabei über den Notausgang des Kinos. Zur Unterstützung der Kriegsfürsorgeorganisation »Schwarz-gelbes Kreuz« fanden vom 17. Dezember 1915 bis 17. Jänner 1916 zudem Aufführungen von Karl Vollmöllers Theaterstück Das Mirakel statt. In diesem historischen Filmdokument ist das Kriegsspital im Eingangsbereich des Kinos mit demonstrativ gut gelaunten Verwundeten zu sehen. Später zählte der ab 1922 als Flottenkino bezeichnete Betrieb zu den führenden Lichtspielhäusern Wiens. Im Februar 2002 musste das Traditionskino nach einem Eigentümerwechsel und einer damit verbundenen drastischen Mieterhöhung seine Pforten schließen.