10-jähriges Jubiläum der Kärntner Volksabstimmung von 1920
Nach dem Zerfall der Donaumonarchie erhob das neu entstandene Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen (SHS-Staat) Ansprüche auf Südkärnten. Bereits am 5. November 1918 besetzten Truppen des SHS-Staates gemischtsprachige Gebiete. Am 5. Dezember 1918 beschloss der Kärntner Landtag den bewaffneten Widerstand, der den »Kärntner Abwehrkampf« einleitete. Um die verlustreichen Konflikte, bei denen über 20.000 Soldaten beteiligt waren, zu beenden, sah der am 10. September 1919 geschlossene Friedensvertrag von St. Germain eine Volksabstimmung in Kärnten vor, die für den 10. Oktober 1920 angesetzt wurde. Bei der unter internationaler Aufsicht abgehaltenen Wahl votierten 59,04 Prozent für Österreich und 40,96 Prozent für den Anschluss an den SHS-Staat, ausschlaggebend war dabei vor allem die slowenischsprachige Bevölkerung, die sich etwa zur Hälfte für einen Verbleib bei Österreich aussprach. Mit einem opulenten Landesfestzug beging man am 10. Oktober 1930 die 10-Jahres-Feier der Kärntner Volksabstimmung, die Veranstaltung galt als identitätspolitisches Großereignis. Unter dem autoritären Ständestaat-Regime wurde der 10. Oktober in Kärnten als Landesfeiertag verankert.