Boni lebt allein in Marseille und fantasiert von der benachbarten Bäckerin, die er nur aus der Ferne beobachtet. Sein Alltag ist geprägt von kleinen Fluchten und einer Sehnsucht, die er kaum benennen kann. Als seine Schwester Nénette plötzlich vor der Tür steht, schwanger und ohne klare Vorstellung davon, wie es weitergehen soll, zwingt sie ihn in eine Verantwortung. Denis erzählt von Geschwistern, die einander fremd geworden sind, und von einer Zärtlichkeit, die sich erst langsam zeigt. Die Hitze der Stadt, die engen Wohnungen und die Musik der Tindersticks formen eine Atmosphäre, in der Begehren, Fürsorge und Unsicherheit ineinanderfließen. Die Figuren bewegen sich tastend aufeinander zu, während die äußeren Umstände sie immer wieder herausfordern und zugleich aneinanderbinden.
(Otto Römisch)