Nachdem sie bis 1955 in 23 Filmen meist die naiveSchönheit gegeben hat, zieht sich Marilyn Monroe für einige Zeit zurück. Sie nimmt Schauspielunterricht bei Lee Strasberg, gründet eine Produktionsfirma und kehrt mit BUS STOP wieder nach Hollywood zurück. Diese emotionale Reifung überträgt sich in den Film, dessen Prämisse vom ungestümen Cowboy, der sich in eine Nachtclubsängerin verliebt, nur auf den ersten Blick typisch scheint. Zwar ist Monroe auch hier wieder das Blondchen, doch sie widersetzt sich dieser Klassifizierung mit einer selten gewürdigten Bandbreite: Komik, Verletzlichkeit und Widerstand verschränkt sie zu einem – gerade im Hinblick auf das Studiosystem der Zeit – bemerkenswerten Por- trät weiblicher Selbstbehauptung, die auf Respekt und Autonomie besteht.
(Florian Widegger)