➜ edit sc_03355SCL2xcfoZB7UAYIH6
Der Golem, wie er in die Welt kam

Ganz dem expressionistischen Stil verpflichtet, stellt der bereits dritte Film des – heute würde man sagen – Golem-Franchises eine schablonenhafte Parabel auf Macht und Gewalt dar: Als der Kaiser die Juden von Prag zum Verlassen der Stadt auffordert, erweckt Rabbi Löw einen Golem aus Lehm zum Leben, der sein Volk schützen soll – jedoch mit verheerenden Folgen … Verzerrte Räume, schiefe Perspektiven, unruhige Körper – dieser Golem, den Wegener mit dem Bildhauer Rudolf Belling kreiert hat, wird zur Projektionsfläche kollektiver Angst und Hoffnung, Bedrohung und Schutz. Aus heutiger Sicht wirkt die Figur wie ein Vorbote künstlicher Intelligenz: ein System, an das wir Handeln delegieren, ohne es vollständig kontrollieren zu können.
(Florian Widegger)

Di 12.5.: Einführung und Buchpräsentation Körper aus Staub, Blick aus Licht: Der Golem im Kino von Klaus Davidowicz, in Kooperation mit der IKG Wien, freier Eintritt für FAA-Clubmitglieder mit Begleitung

Regie: Paul Wegener/Carl Boese
Land: DE
Jahr: 1920
Buch: Paul Wegener, Henrik Galeen, nach dem Roman »Der Golem« von Gustav Meyrink
Kamera: Karl Freund, Martin J. Knoops, Guido Seeber
Musik (Komposition): Stephen Horne
Mit: Paul Wegener, Albert Steinrück, Lyda Salmonova, Ernst Deutsch, Hans Stürm, Otto Gebühr
Format: DCP, viragiert
Fassung: Deutsche Zwischentitel
Länge: 76 min
Restaurierte Fassung
Quelle: Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung
Do, 7. Mai 18:00
Metro Kinokulturhaus
Eric Pleskow Saal
Di, 12. Mai 18:30
Metro Kinokulturhaus
Historischer Saal