Kaum ein anderer Film versteht es so gut, eine im wahrsten Sinne des Wortes albtraumartige Atmosphäre zu erzeugen, wie der Mittelteil von Dario Argentos »Mütter«-Trilogie. Ausgangspunkte sind ein Haus in New York und ein geheimnisvolles Buch in Rom – was INFERNO jedoch wirklich interessiert, sind die Primärfarben Gelb, Blau und – natürlich – Rot, ist die Architektur, die zu einem eigenständigen Element des Übersinnlichen wird und Gesetze von Zeit, Raum und Logik durchbricht. Die konsequente Auflösung narrativer Strukturen treibt der progressive Soundtrack voran – inklusive Hexenchor im Finale. Ein barocker Taumel aus Bildern, Tönen, Sinneseindrücken, der auf ein Publikum zugeschnitten ist, das lieber erfahren und spüren will als verstehen.
(Florian Widegger)
Di 19.5.: Mit einer Einführung von Florian Widegger