Mit großen Ambitionen tritt die Uni-Absolventin Karla Blum ihre erste Dienststelle als Lehrerin in einem Provinznest im Norden an. Sie möchte ihren Schützlingen nicht nur Wissen vermitteln, sondern vor allem selbstständiges Denken beibringen. Ihre unkonventionellen Ansätze stoßen dabei auf Gegenwind – allerdings aus unvermuteten Ecken … Bildung, Autorität und Verantwortung geraten in ein zeitloses Spannungsverhältnis: Gerade die Offenheit, mit der über Konformismus und geistige Freiheit gesprochen wird, führt dazu, dass KARLA nach seiner Fertigstellung 1965 verboten und erst 1990 öffentlich gezeigt wird. Heute gilt der Film als eines der markantesten Beispiele jener kritischen DEFA-Produktionen, die im Klima des kurzen kulturellen Aufbruchs der 1960er-Jahre entstanden.
(Florian Widegger)