Mit seinem dritten Spielfilm nimmt sich Brooks den Western der Studioära vor und zerlegt ihn liebevoll, indem er dessen vertraute Bilder präzise nachstellt und dann konsequent ins Groteske verschiebt. Der Regisseur und sein Co-Autor Richard Pryor lassen ihren Sheriff Bart in einer Stadt voller Vorurteile landen und sich in einem Genre wiederfinden, das seine eigenen Mythen nicht mehr tragen kann. Die Parodie funktioniert, weil sie nicht nur verspottet, sondern freilegt: den Rassismus, der in vielen Western mitschwingt, die Konstruktion von Männlichkeit, die künstliche Ordnung einer Welt, die so nie existiert hat. Selbst nicht der größte Fan des Genres, schenkt Brooks dem Western eine seiner klügsten und politischsten Dekonstruktionen und wird mit einem seiner größten Box-Office-Erfolge entlohnt.
(Otto Römisch)
Do 11.6.: Mit einer Einführung von Otto Römisch