Altmeister Wes Craven verpasst dem angestaubten Horror-Genre mit SCREAM eine ebenso lustvolle wie präzise Frischzellenkur und lässt einen maskierten Killer auf eine Gruppe Jugendlicher im kalifornischen Woodsboro los. Doch hier wird nicht einfach nur gemordet: Die Figuren glauben die Regeln des Slasher-Kinos zu durchschauen – und tappen dennoch in die bekannten Fallen. Ein doppeltes Spiel aus Suspense und Selbstreflexion, das Humor und Schrecken eng ineinander verzahnt und das Horrorkino endgültig in seine postmoderne Phase überführt, in der es seine eigenen Mechanismen erkennt – und sie im nächsten Moment genüsslich unterläuft. Dass dabei auch gehörig die Post abgeht, ist das Sahnehäubchen auf einer der smartesten Genre-Übungen der 1990er-Jahre.
(Florian Widegger)