Eine gefeierte Sängerin, ein besessener Wissenschaftler, ein Haus voller exzentrischer Gäste – und dazwischen ein Fiebertraum aus Architektur, Mode und Avantgarde. L’INHUMAINE mag vordergründig eine Geschichte um Liebe, Eifersucht und Wiederbelebung erzählen, eigentlich interessiert sich L’Herbier aber für die fantastischen Möglichkeiten, die ihm das Kino selbst bietet: Tische schwimmen auf Wasserflächen, Körper und Räume verwandeln sich in geometrische Kompositionen. »Die Figuren sind bloß Marionetten«, heißt es in einer Kritik – tatsächlich entsteht die Faszination des Films weniger aus Handlung als aus Atmosphäre. Ein Art-Déco-Universum aus Oper, Science-Fiction und Surrealismus, wie in einem luxuriösen Traum, der gleichzeitig kühl, künstlich und völlig überwältigend ist.
(Florian Widegger)