Eine Frau treibt durch das industrielle Hinterland Pennsylvanias: Wanda hat ihre Familie verlassen, verliert ihre Arbeit und lässt sich schließlich von einem Kleinkriminellen in einen dilettantischen Banküberfall hineinziehen. Barbara Loden inszeniert ihren ersten und einzigen Langfilm mit dokumentarischer Nüchternheit und in körnigen Bildern: Der amerikanische Traum aus der Perspektive derer, die nie ein Teil davon waren, ein radikales Porträt weiblicher Entfremdung. Als Regisseurin und Hauptdarstellerin in Personalunion entwirft sie eine Figur, die eine bis dahin ungesehene Form von Widerstand verkörpert. Lange ein Geheimtipp, heute eines der einflussreichsten Schlüsselwerke des unabhängigen US-Kinos der 1970er-Jahre – und des feministischen Films sowieso.
(Florian Widegger)