Nach der niedergeschlagenen Revolution von 1848 treiben die Vertreter der Habsburgermonarchie die ungarischen Rebellen in einen umzäunten Pferch zusammen, um jemanden oder etwas zu finden. Was genau, bleibt unklar, während die Spannungen unter den mürrischen Männern immer weiter steigen … Wie niemand zuvor choreografiert Jancsó die Kamerabewegungen und Darsteller im Bild zu einem bedrohlichen Tanz – seine Filmsprache beeinflusst Regisseure wie Sergio Leone und Béla Tarr. Die Verlagerung der Geschichte in die Puszta, wo der weite Horizont weniger Hoffnungen als Ängste birgt, sorgt für Unbehagen und schafft eine stilisierte Welt voller Anachronismen, die dazu einlädt, die Bedeutung woanders zu suchen: ein Weg, der Zensur zu entkommen und dennoch vom Wesen der Macht zu erzählen. (Fruzsi Vajda)
Di 10.11.: Mit einer Einführung von Fruzsi Vajda