Wie aus dem Nichts taucht Grace in der abgeschiedenen Kleinstadt Dogville in den Rocky Mountains auf. Niemandem verrät sie das Geheimnis ihrer Herkunft und vor wem sie sich versteckt hält. Nach und nach gewinnt sie das Vertrauen ihrer Mitmenschen – bis eines Tages ein Steckbrief mit ihrem Konterfei auftaucht … Auf einer leeren Bühne, nur durch Kreidelinien markiert, entfaltet sich das Gesellschaftsmodell von DOGVILLE, das seine sozialen Mechanismen schonungslos freilegt. Ein Film, der von Gewalt erzählt, die sich als Gesetz tarnt, als System der Ausbeutung durch die Gemeinschaft. Die Abstraktion schafft keine Distanz, sondern schärft die Sinne: Das perfekt besetzte Ensemblestück dekonstruiert den Zauber des Kinos – um wieder an den Zauber des Kinos glauben zu können.
(Florian Widegger)