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Retrospektive
Lars von Trier Die Kinofilme

Genie oder Scharlatan – über diese Frage ließ der britische Guardian vor einigen Jahren im Hinblick auf Lars von Trier abstimmen. 60 % tendierten zu ersterem – was wiederum viel über die öffentliche Wahrnehmung des dänischen Enfant terrible aussagt. Seinen 70. Geburtstag am 30. April nehmen wir zum Anlass, um auf sein faszinierendes wie streitbares Schaffen zurückzublicken, das die Kinomoderne entscheidend mitgeprägt hat, und das unter anderem zwischen selbst auferlegten Regeln und dem genussvollen Brechen ebendieser oszilliert. Den überwiegenden Teil dieser Retrospektive präsentieren wir von 35-mm-Kopien aus unserer eigenen Filmsammlung.

Kino der Extreme

von Florian Widegger

Es gibt kaum einen anderen europäischen Regisseur, der das Kino in den letzten Jahrzehnten so konsequent herausgefordert hat wie Lars von Trier. Von Anbeginn strebt er mit seinen Filmen nach permanenter Erneuerung, das Ergebnis sind jeweils Versuchsanordnungen, die sich selbst in Frage stellen. Auf der anderen Seite arbeitet er sich in seinen Werken stets an den gleichen Obsessionen ab: Schuld und Opferbereitschaft, Sünde und Erlösung, Neurosen und Depressionen – ständige Begleiter im Leben des Filmemachers, dem nach dem beachtlichen Erfolg seiner Europa-Trilogie mit dem Melodram BREAKING THE WAVES 1996 der internationale Durchbruch gelingt – um gleich danach zusammen mit Kollegen eine Kampfansage an die »Wirklichkeitsentfremdung« des Kinos zu formulieren. Die Regeln des Dogma-95-Manifests – u. a. Drehen mit Handkamera und an Originalschauplätzen – nutzt von Trier aber nicht nur zur Begrenzung, sondern als Reibungsfläche – um sie gleich im nächsten Schritt wieder zu sprengen.

Seine Filme bewegen sich zwischen formaler Strenge und emotionaler Exzessbereitschaft: In DANCER IN THE DARK kollidieren Musical und Leidensgeschichte, DOGVILLE reduziert die Welt auf eine gezeichnete Bühne und entlarvt auf diese Weise gesellschaftliche Gewalt, ANTICHRIST und MELANCHOLIA übersetzen Depression, Angst und Weltuntergang in visuelle Zustände. Filme wie THE FIVE OBSTRUCTIONS oder THE HOUSE THAT JACK BUILT verhandeln indes Kunstproduktion selbst – als Zwang, Risiko und Obsession. Provokation dient ihm als Methode, Widerstand zu erzeugen und zur Positionierung zu zwingen, während er sein Kino im permanenten Unruhezustand hält.

Den Hang zur Provokation kultiviert von Trier auch abseits seiner Filme: Skandale, irritierende Aussagen und öffentliche Kontroversen haben die Wahrnehmung seiner Arbeit wiederholt überlagert. Unvergessen etwa seine »Sympathiebekundung« für Hitler kurz nach der MELANCHOLIA-Premiere, woraufhin das Festival in Cannes ihn vorübergehend zur Persona non grata erklärte. Jenseits der Schlagzeilen bleibt jedoch ein Werk, das sich unbeirrt mit Angst, Gewalt, Begehren und Befreiung beschäftigt – und dabei stets neue Formen erprobt: Stationen eines radikalen künstlerischen Experiments, ein Kino der Zumutung und der Schönheit, das uns dazu zwingt, über unsere eigenen Grenzen nachzudenken.

Mi, 8. April - Mi, 6. Mai
Mi, 8.4., 20:30
Lars von Trier
Forbrydelsens element THE ELEMENT OF CRIME
In einer von Korruption, Verfall und moralischer Müdigkeit geprägten Zukunft versucht ein Kriminalbeamter, unter Hypnose einem Serienmörder auf die Schliche zu kommen. Er bedient sich dabei einer Methode seines früheren Lehrmeisters, nach der er sich möglichst mit dem Täter identifizieren soll – gerät dabei aber selbst immer tiefer in dessen Logik … Sepiagetönte Bilder, extreme Perspektiven und eine alles dominierende Stimme aus dem Off erzeugen ein Kino der Kontrolle, das zugleich jedoch vom Ko
Sa, 11.4., 20:45
Lars von Trier
Epidemic
Zwei Filmemacher schreiben ein Drehbuch über eine Seuche. Während sie daran arbeiten, scheint sich die in ihrer Fantasie ersonnene Epidemie auch in der Realität auszubreiten … EPIDEMIC ist Selbst- reflexion und Sabotage zugleich: ein Film über das Erzählen, der seine eigene Erzählung permanent untergräbt. Von Trier, der hier zum einzigen Mal eine Hauptrolle übernommen hat, interessiert sich weniger für Figuren als für Strukturen und zeigt Mut zum Risiko. Die Sepia-Bilder des Vorgängers weichen t
So, 12.4., 20:30
Lars von Trier
Europa
»You will be in Europa …« tönt eine Stimme aus dem Off, während der Film seinen Protagonisten (und uns) in einen kafkaesken Albtraum einsaugt. Ein junger Amerikaner aus Deutschland kehrt in seine Heimat zurück und erhält eine Stelle als Schlafwagenschaffner beim Bahnunternehmen Zentropa. Auf seiner Reise durch die Ruinenlandschaften gerät er an eine geheimnisvolle Frau, an NS-Terroristen und Alliierte – kurz: er wird zum Spielball wechselnder Mächte. Stilistisch schließt EUROPA an den ersten Tei
Mo, 13.4., 20:30
Lars von Trier
Breaking the Waves
Wild peitscht das Meer gegen die schroffe Küste Schottlands, wo Bess, deren Leben tief mit der Kirchengemeinde des abgeschiedenen Orts verbunden ist, ihre große Liebe Jan heiratet. Dieser arbeitet auf einer Bohrinsel im Atlantik und ist somit längere Zeit abwesend. Bess betet um seine rasche Rückkehr – mit fatalen Folgen … Natur, Gewalt, Liebe und Glaube sind nur ein paar der Grundzutaten dieser einfachen wie intensiven Passionsgeschichte, mit der von Trier emotional ins Mark trifft. Gedreht mit
Di, 14.4., 20:30
Lars von Trier
Idioterne IDIOTEN
Eine Gruppe Erwachsener, die sich in ein Haus in der dänischen Provinz zurückgezogen hat, simuliert geistige Behinderung – ein Spiel als Versuch, gesellschaftliche Masken abzustreifen. IDIOTERNE ist Dogma-Film im radikalsten Sinn: roh, ungeschützt, ohne Sicherheiten. Er zwingt dazu, Scham, Voyeurismus und moralische Überlegenheit zu hinterfragen. Wer schaut hier auf wen herab – und warum? Von Trier verweigert jede eindeutige Positionierung und legt die Verantwortung gnadenlos beim Publikum ab: »
Do, 16.4., 20:30
Lars von Trier
Dancer in the Dark
Selma, eine junge Fabrikarbeiterin, weiß, dass sie aufgrund einer Erbkrankheit bald ihr Augenlicht verlieren wird. Umso mehr setzt sie alles daran, ihrem kleinen Sohn das gleiche Schicksal zu ersparen. Einzige ihre Liebe zu Musicals spendet ihr noch ein wenig Freude. Als ihr verschuldeter Nachbar sie als Diebin denunziert, nimmt die Tragödie ihren Lauf … Umstritten ist der Film nicht nur wegen der konfliktbelasteten Zusammenarbeit zwischen von Trier und seiner Hauptdarstellerin, sondern auchwege
Fr, 17.4., 20:30
Lars von Trier
Dogville
Wie aus dem Nichts taucht Grace in der abgeschiedenen Kleinstadt Dogville in den Rocky Mountains auf. Niemandem verrät sie das Geheimnis ihrer Herkunft und vor wem sie sich versteckt hält. Nach und nach gewinnt sie das Vertrauen ihrer Mitmenschen – bis eines Tages ein Steckbrief mit ihrem Konterfei auftaucht … Auf einer leeren Bühne, nur durch Kreidelinien markiert, entfaltet sich das Gesellschaftsmodell von DOGVILLE, das seine sozialen Mechanismen schonungslos freilegt. Ein Film, der von Gewalt
Sa, 18.4., 18:30
Lars von Trier
De fem benspænd THE FIVE OBSTRUCTIONS
Was passiert, wenn man einem Perfektionisten systematisch Hindernisse in den Weg legt? Hier zwingt Lars von Trier Jørgen Leth, dessen Kurzfilm THE PERFECT HUMAN fünfmal neu zu drehen – unter immer absurderen Auflagen. Was als Spiel beginnt, entpuppt sich als Studie über Machtspiele und künstlerische Abhängigkeiten und gibt von Trier die Möglichkeit, sich als Antreiber und Saboteur zugleich zu inszenieren. (Florian Widegger)
Sa, 18.4., 21:00
Lars von Trier
Direktøren for det hele THE BOSS OF IT ALL
Eine IT-Firma, die von einem unsichtbaren Chef geleitet wird – und ein Schauspieler, der diese fiktive Autorität verkörpern soll. Mit dem Kamerasystem »Automavision« unterläuft von Trier bewusst jede klassische Inszenierung und überträgt bestimmte ästhetische Entscheidungen an den Zufall. Ergebnis: Von Triers vermutlich trockenste Satire – ein Film über Macht ohne Gesicht – und über Systeme, in denen niemand verantwortlich sein will. (Florian Widegger)
So, 19.4., 20:45
Lars von Trier
Manderlay
Zusammen mit ihrem Vater verlässt Grace 1933 Dogville und landet auf einer ehemaligen Plantage im Süden der USA. Dort treffen sie auf Menschen, die leben, als wäre die Sklaverei nie abgeschafft worden … In seiner sperrigen Fortsetzung stellt von Trier Fragen nach Freiheit und Moral, setzt sich mit amerikanischen Mythen auseinander und bleibt gerade in der bewussten Irritation konsequent. (Florian Widegger)
Mo, 20.4., 18:30
Lars von Trier
Antichrist
Während ein Elternpaar leidenschaftlichen Zeitlupensex in der Dusche hat, stürzt der unbeaufsichtigte kleine Sohn aus dem Fenster und stirbt. In einer entlegenen Waldhütte versuchen die beiden, die Trauer zu verarbeiten … ANTICHRIST ist ein Film der Extreme: formal hyper-artifiziell, inhaltlich brutal, symbolisch überladen. Hier wird die Trauer zur Landschaft, der Verlust zum Motor der Gewalt: »Nature is Satan’s church«. In einer depressiven Phase seines Regisseurs entstanden, löst Opus 11 bei s
Mo, 20.4., 20:30
Lars von Trier
Melancholia
Mit surrealen Bildern des Verfalls und den sehnsuchtsvollen Klängen von Tristan und Isolde beginnt ein Totentanz. Eine Ouvertüre, die uns Zuschauer auf das, was am Ende auf alle wartet, einstimmt: Der Zusammenstoß zwischen der Erde und einem fremden Planeten steht unmittelbar bevor. Zwei Schwestern, die depressive Justine und die gefestigte Claire, bilden das Herz des Films. Die erste Hälfte handelt von Justines Hochzeitsfeier, auf der langsam, aber sicher alles aus dem Ruder läuft, die zweite,
Di, 21.4., 20:30
Lars von Trier
Nymph()maniac TEIL 1
Nach dem Wirbel um die MELANCHOLIA-Premiere in Cannes war es weniger eine Überraschung, dass Lars von Trier die Welt erneut schockieren würde – die Frage lautete eher: wie? Mit einem vierstündigen Zweiteiler über Sex hatte wohl keiner gerechnet. In NYMPH()MANIAC erzählt Joe Geschichten aus ihrer Intimsphäre, von ihrer Entjungferung durch einen Mechaniker über Erlebnisse bei einer Zugfahrt bis hin zu Sex im Krankenhaus. Die episodenhafte Struktur dieser auf allen Ebenen maßlosen Expedition in Lus
Mi, 22.4., 20:30
Lars von Trier
Nymph()maniac TEIL 2
Nach dem Wirbel um die MELANCHOLIA-Premiere in Cannes war es weniger eine Überraschung, dass Lars von Trier die Welt erneut schockieren würde – die Frage lautete eher: wie? Mit einem vierstündigen Zweiteiler über Sex hatte wohl keiner gerechnet. In NYMPH()MANIAC erzählt Joe Geschichten aus ihrer Intimsphäre, von ihrer Entjungferung durch einen Mechaniker über Erlebnisse bei einer Zugfahrt bis hin zu Sex im Krankenhaus. Die episodenhafte Struktur dieser auf allen Ebenen maßlosen Expedition in Lus
Do, 23.4., 20:00
Lars von Trier
The House That Jack Built
Faszination Verbrechen: In seinem bislang letzten Kinofilm stellt Lars von Trier seinen über die Jahre nur vergrößerten Ruf als Provokateur endgültig unter Beweis. »Jeder Mord ist ein Kunstwerk« postuliert Jack im Gespräch mit dem mysteriösen Verge. Dann zieht er über einen Zeitraum von 12 Jahren immer wieder los und bringt beliebig Menschen um, deren Leichen sich in seinem Kühlhaus stapeln. Mit ihnen hat er wahrlich Großes vor … Spätestens in dem Moment, wenn Jack sich mit den großen Massenmörd
Fr, 24.4., 18:30
Lars von Trier
Epidemic
Zwei Filmemacher schreiben ein Drehbuch über eine Seuche. Während sie daran arbeiten, scheint sich die in ihrer Fantasie ersonnene Epidemie auch in der Realität auszubreiten … EPIDEMIC ist Selbst- reflexion und Sabotage zugleich: ein Film über das Erzählen, der seine eigene Erzählung permanent untergräbt. Von Trier, der hier zum einzigen Mal eine Hauptrolle übernommen hat, interessiert sich weniger für Figuren als für Strukturen und zeigt Mut zum Risiko. Die Sepia-Bilder des Vorgängers weichen t
Fr, 24.4., 19:30
Lars von Trier
Forbrydelsens element THE ELEMENT OF CRIME
In einer von Korruption, Verfall und moralischer Müdigkeit geprägten Zukunft versucht ein Kriminalbeamter, unter Hypnose einem Serienmörder auf die Schliche zu kommen. Er bedient sich dabei einer Methode seines früheren Lehrmeisters, nach der er sich möglichst mit dem Täter identifizieren soll – gerät dabei aber selbst immer tiefer in dessen Logik … Sepiagetönte Bilder, extreme Perspektiven und eine alles dominierende Stimme aus dem Off erzeugen ein Kino der Kontrolle, das zugleich jedoch vom Ko
Sa, 25.4., 18:30
Lars von Trier
Idioterne IDIOTEN
Eine Gruppe Erwachsener, die sich in ein Haus in der dänischen Provinz zurückgezogen hat, simuliert geistige Behinderung – ein Spiel als Versuch, gesellschaftliche Masken abzustreifen. IDIOTERNE ist Dogma-Film im radikalsten Sinn: roh, ungeschützt, ohne Sicherheiten. Er zwingt dazu, Scham, Voyeurismus und moralische Überlegenheit zu hinterfragen. Wer schaut hier auf wen herab – und warum? Von Trier verweigert jede eindeutige Positionierung und legt die Verantwortung gnadenlos beim Publikum ab: »
Sa, 25.4., 20:45
Lars von Trier
Dancer in the Dark
Selma, eine junge Fabrikarbeiterin, weiß, dass sie aufgrund einer Erbkrankheit bald ihr Augenlicht verlieren wird. Umso mehr setzt sie alles daran, ihrem kleinen Sohn das gleiche Schicksal zu ersparen. Einzige ihre Liebe zu Musicals spendet ihr noch ein wenig Freude. Als ihr verschuldeter Nachbar sie als Diebin denunziert, nimmt die Tragödie ihren Lauf … Umstritten ist der Film nicht nur wegen der konfliktbelasteten Zusammenarbeit zwischen von Trier und seiner Hauptdarstellerin, sondern auchwege
So, 26.4., 13:00
Lars von Trier
Melancholia
Mit surrealen Bildern des Verfalls und den sehnsuchtsvollen Klängen von Tristan und Isolde beginnt ein Totentanz. Eine Ouvertüre, die uns Zuschauer auf das, was am Ende auf alle wartet, einstimmt: Der Zusammenstoß zwischen der Erde und einem fremden Planeten steht unmittelbar bevor. Zwei Schwestern, die depressive Justine und die gefestigte Claire, bilden das Herz des Films. Die erste Hälfte handelt von Justines Hochzeitsfeier, auf der langsam, aber sicher alles aus dem Ruder läuft, die zweite,
So, 26.4., 18:15
Lars von Trier
Europa
»You will be in Europa …« tönt eine Stimme aus dem Off, während der Film seinen Protagonisten (und uns) in einen kafkaesken Albtraum einsaugt. Ein junger Amerikaner aus Deutschland kehrt in seine Heimat zurück und erhält eine Stelle als Schlafwagenschaffner beim Bahnunternehmen Zentropa. Auf seiner Reise durch die Ruinenlandschaften gerät er an eine geheimnisvolle Frau, an NS-Terroristen und Alliierte – kurz: er wird zum Spielball wechselnder Mächte. Stilistisch schließt EUROPA an den ersten Tei
Mo, 27.4., 18:30
Lars von Trier
Direktøren for det hele THE BOSS OF IT ALL
Eine IT-Firma, die von einem unsichtbaren Chef geleitet wird – und ein Schauspieler, der diese fiktive Autorität verkörpern soll. Mit dem Kamerasystem »Automavision« unterläuft von Trier bewusst jede klassische Inszenierung und überträgt bestimmte ästhetische Entscheidungen an den Zufall. Ergebnis: Von Triers vermutlich trockenste Satire – ein Film über Macht ohne Gesicht – und über Systeme, in denen niemand verantwortlich sein will. (Florian Widegger)
Di, 28.4., 20:30
Lars von Trier
Antichrist
Während ein Elternpaar leidenschaftlichen Zeitlupensex in der Dusche hat, stürzt der unbeaufsichtigte kleine Sohn aus dem Fenster und stirbt. In einer entlegenen Waldhütte versuchen die beiden, die Trauer zu verarbeiten … ANTICHRIST ist ein Film der Extreme: formal hyper-artifiziell, inhaltlich brutal, symbolisch überladen. Hier wird die Trauer zur Landschaft, der Verlust zum Motor der Gewalt: »Nature is Satan’s church«. In einer depressiven Phase seines Regisseurs entstanden, löst Opus 11 bei s
Mi, 29.4., 20:30
Lars von Trier
The House That Jack Built
Faszination Verbrechen: In seinem bislang letzten Kinofilm stellt Lars von Trier seinen über die Jahre nur vergrößerten Ruf als Provokateur endgültig unter Beweis. »Jeder Mord ist ein Kunstwerk« postuliert Jack im Gespräch mit dem mysteriösen Verge. Dann zieht er über einen Zeitraum von 12 Jahren immer wieder los und bringt beliebig Menschen um, deren Leichen sich in seinem Kühlhaus stapeln. Mit ihnen hat er wahrlich Großes vor … Spätestens in dem Moment, wenn Jack sich mit den großen Massenmörd
Do, 30.4., 20:45
Lars von Trier
Melancholia
Mit surrealen Bildern des Verfalls und den sehnsuchtsvollen Klängen von Tristan und Isolde beginnt ein Totentanz. Eine Ouvertüre, die uns Zuschauer auf das, was am Ende auf alle wartet, einstimmt: Der Zusammenstoß zwischen der Erde und einem fremden Planeten steht unmittelbar bevor. Zwei Schwestern, die depressive Justine und die gefestigte Claire, bilden das Herz des Films. Die erste Hälfte handelt von Justines Hochzeitsfeier, auf der langsam, aber sicher alles aus dem Ruder läuft, die zweite,
Fr, 1.5., 18:30
Lars von Trier
Nymph()maniac TEIL 1
Nach dem Wirbel um die MELANCHOLIA-Premiere in Cannes war es weniger eine Überraschung, dass Lars von Trier die Welt erneut schockieren würde – die Frage lautete eher: wie? Mit einem vierstündigen Zweiteiler über Sex hatte wohl keiner gerechnet. In NYMPH()MANIAC erzählt Joe Geschichten aus ihrer Intimsphäre, von ihrer Entjungferung durch einen Mechaniker über Erlebnisse bei einer Zugfahrt bis hin zu Sex im Krankenhaus. Die episodenhafte Struktur dieser auf allen Ebenen maßlosen Expedition in Lus
Fr, 1.5., 21:00
Lars von Trier
Nymph()maniac TEIL 2
Nach dem Wirbel um die MELANCHOLIA-Premiere in Cannes war es weniger eine Überraschung, dass Lars von Trier die Welt erneut schockieren würde – die Frage lautete eher: wie? Mit einem vierstündigen Zweiteiler über Sex hatte wohl keiner gerechnet. In NYMPH()MANIAC erzählt Joe Geschichten aus ihrer Intimsphäre, von ihrer Entjungferung durch einen Mechaniker über Erlebnisse bei einer Zugfahrt bis hin zu Sex im Krankenhaus. Die episodenhafte Struktur dieser auf allen Ebenen maßlosen Expedition in Lus
Sa, 2.5., 19:45
Lars von Trier
Dogville
Wie aus dem Nichts taucht Grace in der abgeschiedenen Kleinstadt Dogville in den Rocky Mountains auf. Niemandem verrät sie das Geheimnis ihrer Herkunft und vor wem sie sich versteckt hält. Nach und nach gewinnt sie das Vertrauen ihrer Mitmenschen – bis eines Tages ein Steckbrief mit ihrem Konterfei auftaucht … Auf einer leeren Bühne, nur durch Kreidelinien markiert, entfaltet sich das Gesellschaftsmodell von DOGVILLE, das seine sozialen Mechanismen schonungslos freilegt. Ein Film, der von Gewalt
So, 3.5., 20:00
Lars von Trier
Manderlay
Zusammen mit ihrem Vater verlässt Grace 1933 Dogville und landet auf einer ehemaligen Plantage im Süden der USA. Dort treffen sie auf Menschen, die leben, als wäre die Sklaverei nie abgeschafft worden … In seiner sperrigen Fortsetzung stellt von Trier Fragen nach Freiheit und Moral, setzt sich mit amerikanischen Mythen auseinander und bleibt gerade in der bewussten Irritation konsequent. (Florian Widegger)
Mo, 4.5., 19:30
Lars von Trier
De fem benspænd THE FIVE OBSTRUCTIONS
Was passiert, wenn man einem Perfektionisten systematisch Hindernisse in den Weg legt? Hier zwingt Lars von Trier Jørgen Leth, dessen Kurzfilm THE PERFECT HUMAN fünfmal neu zu drehen – unter immer absurderen Auflagen. Was als Spiel beginnt, entpuppt sich als Studie über Machtspiele und künstlerische Abhängigkeiten und gibt von Trier die Möglichkeit, sich als Antreiber und Saboteur zugleich zu inszenieren. (Florian Widegger)
Di, 5.5., 20:30
Lars von Trier
Breaking the Waves
Wild peitscht das Meer gegen die schroffe Küste Schottlands, wo Bess, deren Leben tief mit der Kirchengemeinde des abgeschiedenen Orts verbunden ist, ihre große Liebe Jan heiratet. Dieser arbeitet auf einer Bohrinsel im Atlantik und ist somit längere Zeit abwesend. Bess betet um seine rasche Rückkehr – mit fatalen Folgen … Natur, Gewalt, Liebe und Glaube sind nur ein paar der Grundzutaten dieser einfachen wie intensiven Passionsgeschichte, mit der von Trier emotional ins Mark trifft. Gedreht mit
Mi, 6.5., 18:30
Lars von Trier
Epidemic
Zwei Filmemacher schreiben ein Drehbuch über eine Seuche. Während sie daran arbeiten, scheint sich die in ihrer Fantasie ersonnene Epidemie auch in der Realität auszubreiten … EPIDEMIC ist Selbst- reflexion und Sabotage zugleich: ein Film über das Erzählen, der seine eigene Erzählung permanent untergräbt. Von Trier, der hier zum einzigen Mal eine Hauptrolle übernommen hat, interessiert sich weniger für Figuren als für Strukturen und zeigt Mut zum Risiko. Die Sepia-Bilder des Vorgängers weichen t
Mi, 6.5., 20:45
Lars von Trier
The House That Jack Built
Faszination Verbrechen: In seinem bislang letzten Kinofilm stellt Lars von Trier seinen über die Jahre nur vergrößerten Ruf als Provokateur endgültig unter Beweis. »Jeder Mord ist ein Kunstwerk« postuliert Jack im Gespräch mit dem mysteriösen Verge. Dann zieht er über einen Zeitraum von 12 Jahren immer wieder los und bringt beliebig Menschen um, deren Leichen sich in seinem Kühlhaus stapeln. Mit ihnen hat er wahrlich Großes vor … Spätestens in dem Moment, wenn Jack sich mit den großen Massenmörd