Wild peitscht das Meer gegen die schroffe Küste Schottlands, wo Bess, deren Leben tief mit der Kirchengemeinde des abgeschiedenen Orts verbunden ist, ihre große Liebe Jan heiratet. Dieser arbeitet auf einer Bohrinsel im Atlantik und ist somit längere Zeit abwesend. Bess betet um seine rasche Rückkehr – mit fatalen Folgen … Natur, Gewalt, Liebe und Glaube sind nur ein paar der Grundzutaten dieser einfachen wie intensiven Passionsgeschichte, mit der von Trier emotional ins Mark trifft. Gedreht mit beweglicher Kamera und getragen von einer entfaltet der Film eine Ethik, die sich gängigen Kategorien entzieht. Bess’ Bereitschaft zu leiden erscheint nicht als Heiligkeit, sondern als existenzielle Entscheidung. Ein Schlüsselwerk (nicht nur) seines Kinos.
(Florian Widegger)