»One learns to look a certain way in order to resist«, schreibt Bell Hooks unabhängig, und doch zum Kern dieses politischen Dramas maßgeschneidert: In Soweto folgt ein Mord dem Nächsten, nachdem die polizeilichen Kräfte im Jahr 1976 den friedlichen Aufstand Schwarzer Schüler:innen gegen die rassistische Bildungspolitik des Apartheidregimes blutig niederschlugen. Entlang der Repressionslinie der Apartheid wirft A DRY WHITE SEASON die Frage nach Zeugenschaft, Verantwortung und Mitschuld auf und adressiert kritisch die Grausamkeit weißen Wegsehens. Eine Befragung konkurrierender Wahrnehmungsweisen, stets danach fragend, wann überhaupt Gewalt wahrgenommen wird, wenn sie als Stabilisator der rassistischen Ordnung dient und zwischen Rechtskonstrukt und wahrer Gerechtigkeit verschwimmt.
(Lien May Lucas)
Fr 5.6.: Mit einer Einführung von Lien May Lucas