Im Privaten flüstert die Politik erst leise, dann ganz laut: Ein Liebesduett als Schauplatz der Klassenpolitik im post-revolutionären Kuba der 1970er-Jahre. DE CIERTA MANERA tänzelt entschieden an der Schneide der Dualität, geprägt von Erwartungen der kubanischen Bevölkerung nach der Revolution und der schwerwiegenden Realität leerer Versprechen. Eine Schau sozialer Komplexitäten, in denen sich die Adressierung des herrschenden Rassismus wie Sexismus an der Rolle des klassischen und verehrten Machos reibt. Inmitten der Turbulenzen der Sowjetisierung des kubanischen Wirtschaftssystems appelliert Gómez an einen heiteren Geist, der auch in Zeiten politisch-kultureller Dissonanz nicht verkümmert und die Imagination als Festung der Realität zu bewohnen weiß.
(Lien May Lucas)