Der Kampf um das Wahlrecht Schwarzer US-Amerikaner:innen führt 1965 nahtlos in die Hochphase der Bürgerrechtsbewegung in den Südstaaten. Nach gescheiterten Verhandlungen mit Präsident Johnson formieren sich unter Martin Luther King Jr. die drei Märsche nach Montgomery: Gewaltloser Widerstand wird zur Choreografie zivilen Ungehorsams und findet sich nicht zuletzt in Konfrontation mit staatlicher Brutalität wieder. Ava DuVernay rahmt den Missbrauch weißer Macht der 1960er in zeitgenössische Aktualität. Gezeichnet wird das Bild einer Gemeinschaft, deren Fragilität sie nicht schwächt, sondern notwendig stärkt: SELMA fesselt mit dem Risiko, der Gefahr und der Wucht des Widerstands und schreibt das Kollektiv als Motor gesellschaftlicher Transformation aus.
(Lien May Lucas)