Intim, analytisch und reich an Witz ist dieses Schlüsselwerk des New Queer Cinemas der 1990er-Jahre, gestaltet als eine Spurensuche nach einer scheinbar verschollenen afroamerikanischen Schauspielerin des Golden-Age Hollywoodkinos. Als erste Schwarze lesbische Filmschaffende erscheint Cheryl Dunye hier selbst als Protagonistin, getrieben von unwiderstehlicher Besessenheit, die Geschichte hinter jener mysteriösen WATERMELON WOMAN aufzudecken, die sonst nur in ihrer stereotypischen Rolle eines Dienstmädchens auf dem Filmstreifen zu erblicken ist. Inszeniert als Schwellenakt zwischen Fiktion und Dokumentation, wobei nicht zuletzt das Archiv in seiner Porosität ins Kreuzverhör gerät und der eigene Blick auf der Klippe der Glaubwürdigkeit flaniert.
(Lien May Lucas)
Di 9.6.: Mit einer Einführung von Lien May Lucas